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Balthasar, Johann - Tschanader wortschatz

Einführung
 
Unser Dialekt gehört zum Rheinfränkischen, eine Kombination aus Lothringisch-Pfälzisch-Hessisch. Tschanadrisch ist, wie auch fast alle Banater und Siebenbürger deutsche Mundarten, im Aussterben begriffen. Sicher, die Alten sprechen es noch, die Jüngeren, vor allem die in Deutschland geborenen, eher weniger. Deshalb habe ich versucht, unseren Wortschatz zusammenzufassen und aufzuschreiben. Dabei bin ich keineswegs der Erste unseres Dorfes, in vielen Banater Dörfern wurde ebenfalls Ähnliches getan.

Jeder ist ein Kind seiner Zeit und seiner Örtlichkeit, ich habe größtenteils in der Ceauşescu-Ära gelebt, die Sprachkenntnisse sind dementsprechend, ± Wörter von älteren Leuten, Großeltern und aus der postkommunistischen Übergangszeit. Allerdings hat mich auch die Herkunft unserer Wörter interessiert, die doch oft vom Hochdeutschen abweichen.
Aufgefallen war mir in den Arbeiten meines Hochschulprofessors für Deutsch, Herrn Dr. Hans Gehl, dass sehr viele Wörter österreichischen Ursprungs waren. Dass diese auch im Österreichischen vorkommen, ist gesichert, aber wenn all diese Vokabeln übernommen wurden, wie und was haben die damaligen Menschen denn sonst gesprochen? Oder haben sie nur Vorhandenes der österreichischen Verwaltungssprache angeglichen? Manche Tschanader Wörter decken sich mit anderen Banater Wörtern, wobei auch dort die Herkunft nicht immer klar ist (Großsanktnikolaus, Ujvar ...).         
Das Ergebnis sieht so aus: der Basiswortschatz stammt wohl aus der alten Heimat vor dem Schwabenzug (Rheinländisch, Lothringisch, Sauerländisch), sehr viele Begriffe wurden von den Österreichern übernommen, Österreichisch war ja die Verwaltungssprache, dazu kamen noch einige ungarische und jede Menge rumänische Einsprengsel. Für manch typisch tschanadrische Wörter fand ich gar keine Übereinstimmung, z. B. für „die Jergeln“, „Gschwischtăferkl“. Vermutlich stammen die nicht erfassten Wörter aus dem Saarländischen und aus dem Österreichischen. Wer kann sagen, wann, wo und warum welches Wort gebildet wurde.
Auch bei weiteren, anderen Sprachen entlehnten Wörtern, ist die Herkunft keineswegs immer gesichert, da benachbarte und vermischte Völkerschaften im Kontakt oft dieselben Begriffe gebrauchen, mal abgewandelt, mal angepasst, mal mit Bedeutungswandel und es ist oft fraglich, wer von wem abgekupfert hat. Sprache war und ist lebendig, im Wandel begriffen, an ihre Träger gebunden und entzieht sich somit manchmal der genauen Klassifizierung.
Man sollte nicht vergessen, dass vieles seinerzeit gesprochen, aber nie schriftlich erfasst wurde, deshalb teilweise verloren ging. Zuerst war die Sprache da, die Systematisierung folgte erst später. Dies gilt besonders für Mundarten, bei der Hochsprache werden Wörter auch mal den Regeln angepasst.
Unser besonderer Wortschatz widerspiegelte das Dorfleben, die typischen Vorgänge, das Leben der „Pauăn“, „Herrischn“, “Professionistn“, später das der „Kolchos-/Kollektivpauăn“ und der „Navetistn“. Man genoss eben das Leben an den Wochenenden und montags früh in vollen Zügen. Na ja, ganz so voll wie in Indien waren sie doch nicht.
Einige, oft dem Rumänischen entlehnten, Begriffe dürften nur der Jugend geläufig sein, andere eher nur der älteren Generation. Kleine Unterschiede gab es auch mal zwischen Familien, d. h. eine Familie sagte es so, die andere doch ein bisschen anders.          
Die aufgezeigte Herkunft der Wörter (oft aus dem Internet) ist eine Möglichkeit, von wo sie abstammen könnten, da sie dort auch belegt und anzutreffen sind. Es ist aber kein Dogma und keine Garantie.
Dank sagen muss ich auch Frau Brunhilde Hinkel und Frau Pauline Huschitt für ihre Unterstützung. Von anderen angesprochenen Landsleuten hätte ich mehr Mithilfe erhofft, da ich auch mal was übersehe und ältere Leute vielleicht noch anderes wissen, was mir entfallen ist oder was ich nie kannte.
 
 
Atasament: 

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